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Nach Trennung vom ZDF speckt Universum ab

28. Juli 2010, 14:04 Der Hamburger Boxstall Universum hat Spekulationen um ein drohendes Aus beendet, doch das Ende der Zusammenarbeit mit dem ZDF fordert schmerzhaften Tribut.

Klaus-Peter Kohl ist der Chef des Universum-Boxstalls. © DPA

Man werde sich dem Markt anpassen und «mit einem neu formierten, wesentlich kleineren Team unter völlig neuen Strukturen weiter machen», kündigte Klaus-Peter Kohl, Chef der seit 26 Jahren bestehenden Promotion, an. Er werde ab August persönlich die Geschäftsführung übernehmen. Diese hatte bislang Stefan Braune inne. Bereits Ende April hatte Universum 15 Mitarbeitern im Verwaltungsbereich zum 31. Juli gekündigt.

Weiterhin ist unklar, wie der Boxstall den Verlust der Einnahmen von bis zu 20 Millionen Euro kompensieren will, die das ZDF für jährlich 12 bis 15 Veranstaltungen gezahlt haben soll. «Wir stecken mitten in den Verhandlungen für ein neues Konzept», erklärte Kohl. «Wir haben noch viel vor.» Auch seine Boxer müssten sich um ihre Zukunft keine Sorgen machen. «Wir haben für sie Angebote aus der ganzen Welt. Wir müssen sehen, was Sinn macht.»

Universum veranstaltet am Samstag in der Hamburger O2-Arena letztmals mit dem ZDF, das den Vertrag nach achtjähriger Zusammenarbeit nicht mehr verlängert hatte. Die Promotion hat in den vergangenen Monaten seine Internetpräsenz auf You Tube und in Netzwerken wie Facebook aufgebaut.

Dies kann aber nur ein kleiner Eckpfeiler für das neue Konzept sein. Offensichtlich ist in Deutschland momentan kein Sender bereit, Universum-Veranstaltungen im Paket abzunehmen. Die ARD hat sich bis 2015 an Sauerland gebunden, RTL setzt auf die Klitschkos, Sat.1 hat eben erst ein «Schnupper-Event» mit Felix Sturm gebucht und Sport1 überträgt unter anderem Box-Events der Magdeburger SES-Promotion.

Zudem sind dem Hamburger Box-Unternehmen, das mit dem ZDF 109 Veranstaltungen ausrichtete, mittlerweile die Zugpferde ausgegangen. Weltmeister Sturm hat sich aus seinem Vertrag herausgekauft, Ina Menzer (Mönchengladbach) ihre WM-Titel Anfang Juli verloren. Schwergewichtler Ruslan Chagaev (Usbekistan) ist auch keine große Nummer mehr. Momentan hat der Stall nur noch vier aktuelle Weltmeister in seinen Reihen.

Universum setzt für das Abschieds-Event am Samstag in Sebastian Zbik auf einen möglichen neuen Hoffnungsträger. Der WBC- Interims-Weltmeister im Mittelgewicht soll dem kriselnden Stall wieder zu positiveren Schlagzeilen verhelfen. Dafür müsste der 28 Jahre alte Schweriner seinen Herausforderer Jorge Sebastian Heiland (Argentinien) bezwingen.

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