Eishockey

Scorpions-KapitĂ€n Boos verlangt Änderungen

30. Juli 2010, 10:44 Die anhaltenden Negativschlagzeilen um die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) mĂŒssen aus Sicht von Hannovers KapitĂ€n Tino Boos zu Konsequenzen fĂŒhren.

Hannovers KapitĂ€n Tino Boos hĂ€lt nicht mit seiner Meinung zurĂŒck. © DPA

«Es ist sicherlich an der Zeit, etwas Grundlegendes zu Ă€ndern», sagte der Ex-Nationalspieler der «SĂŒddeutschen Zeitung». Boos war mit dem Überraschungs-Meister nur knapp dem Aus fĂŒr die neue Saison entgangen. Mit seinen Kollegen nahm er am 30. Juli unter dem neuen Coach Toni Krinner das Training fĂŒr die anstehende Saison auf. Sie soll am 3. September mit 15 Clubs beginnen, darunter die Kassel Huskies, die sich vor Gericht gegen einen Ausschluss wehren. Ex-Champions Frankfurt Lions erhielt keine Lizenz mehr.

«So hart das jetzt klingen mag: FĂ€lle wie Frankfurt helfen vielleicht, die Liga gesundzuschrumpfen», sagte der 35-JĂ€hrige. Der langjĂ€hrige DEL-Profi sieht viele Ansatzpunkte fĂŒr eine Verbesserung. «Alle, die Liga und die Clubs, mĂŒssen gemeinsam arbeiten - momentan sieht jeder zuerst seine Interessen», klagte Boos und forderte ein ganzheitliches Konzept sowie mehr Marketing. Die Außendarstellung mĂŒsse in einem Fußball-Land wie Deutschland stimmen.

Eine RĂŒckkehr der Liga unter das Dach des Deutschen Eishockey- Bundes (DEB) lehnte Boos zwar ab, forderte aber eine bessere Zusammenarbeit. «Es muss einheitliche Regeln geben von oben bis unten, auch in der AuslĂ€nderfrage, damit es einen ehrlichen Auf- und Abstieg geben kann», verlangte der StĂŒrmer. Man mĂŒsse davon wegkommen, an die DEL, den DEB oder persönliche Dinge zu denken. «Es geht um ein Produkt, einen Sport - das vergessen viele im Eifer der eigenen Interessen», sagte Boos.

Den Effekt der Heim-WM, wo mit Platz vier das beste deutsche Abschneiden seit 57 Jahren gelang, hĂ€lt Boos bereits fĂŒr verpufft. «Man hĂ€tte sicherlich den Schub besser mitnehmen können, weil bei der WM auch viele Leute erreicht wurden, die sich sonst nicht so fĂŒr Eishockey interessieren», sagte der Ex-Nationalspieler dem Internet- Anbieter «Sport 1.de».

© dpa-info.com GmbH

Eishockey

 
 
Online-Radio