Bombay Bicycle Club können auch akustisch
19. Juli 2010, 18:51 Lobeshymnen ohne Ende: Für den Konzertkritiker der FAZ sind Bombay Bicycle Club «mit Leichtigkeit die beste englische Newcomer-Band seit vielen Jahren», der britische NME kürte sie schon zur «Best New Band», und in der Tat sorgten die vier noch ziemlich jungen Typen seit ihrem Debütalbum «I Had The Blues But I Shook Them Loose» im letzten Jahr für Furore.
Die Kritiker sind begeistert, die Mädels im Publikum sowieso, und jetzt legt das Wunderkinder-Quartett schon nach. Anstatt sich auf ihren früh erworbenen Lorbeeren etwas auszuruhen, gingen Bombay Bicycle Club gleich nach der Aufnahmen ihres Debüts wieder ins Studio, um das Akustikalbum «Flaws» aufzunehmen. Die Youngster hatten einfach noch Songs auf Lager, die nicht so ganz zum Erstling passten, was aber jetzt nicht heißen soll, dass «Flaws» nur eine Art Resterampe geworden ist. Nein, das Album ist sehr gut geworden, Sänger, Gitarrist und Songwriter Jack Steadman hat den gutsortierten Plattenschrank seiner Eltern geplündert und wandelt auf den Spuren von Songwriter-Legenden wie dem früh verstorbenen Nick Drake, dem genialischen, leider auch schon verstorbenen John Martyn oder der ätherischen Joni Mitchell.
Die Akustikgitarren spielen eindeutig die Hauptrolle, dazu kommt verführisch-juveniler Gesang, die Arrangements klingen erstaunlich ausgeklügelt. Neun der elf Songs hat Steadman geschrieben, dazu kommt eine Coverversion von John Martyns «Fairytale Lullaby», und Joanna Newsons «Swansea» haben die vier Jungs vom Fahrradclub auf ihre Art weitergesponnen - am Ende durchbricht ein Synthesizer das feingewebte Akustik-Spinnennetz.
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